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Impfstrategien und Forschung – Diskussion in Hamburg an der 6. Nationalen Impfkonferenz


Grippe, Masern, Ebola – diese hochansteckenden Krankheiten machen nicht an Grenzen halt. Wie den Gefahren durch Impfen begegnet werden kann, war am 23. und 24. Mai 2019 zentrales Thema einer Konferenz von Medizinern und Forschern in Hamburg.

In Vorträgen und Workshops ging es unter anderem um die Bedeutung einer Impfpflicht, die Verhinderung des Imports von Krankheiten und auch um den Schutz gefährdeter Berufsgruppen wie Ärzte, Krankenschwestern und Lehrer.

Die 6. Nationale Impfkonferenz fand in Anwesenheit von Hamburgs Gesundheitssenatorin Prüfer-Storcks und ihrem schleswig-holsteinischen Kollegen Dr. Garg sowie Frau Weiss, der Parlamentarischen Staatssekretärin beim Bundesminister für Gesundheit statt. Seitens der Stiftung Kinder-Gesundheit-Mainz nahm der Begründer und Vorsitzender des Stiftungsrates, Prof. Dr. Fred Zepp teil. Prof. Zepp unterstütze die wissenschaftliche Ausrichtung der Konferenz maßgeblich und war auch Mitglied des hierzu gebildeten Wissenschaftlichen Komitees.

Die von der Bundesregierung geplante Impfpflicht gegen Masern wird von den Fachleuten nicht vorbehaltlos unterstützt. Der Leiter der Impfprävention beim Robert-Koch-Institut, Dr. Ole Wichmann, äußerte sich beispielsweise zurückhaltend zu dem Vorhaben. Der Deutsche Ethikrat forderte bereits im April eine differenziertere Debatte über Maßnahmen zur Erhöhung von Impfquoten. Deutschlandweit werden 97 Prozent der Schulanfänger einmal gegen Masern geimpft. Die zweite Impfung hatten 93 Prozent der Kinder. Frankreich oder Italien haben trotz Impfpflicht niedrigere Quoten als Deutschland. Der Vorsitzende der Ständigen Impfkommission beim Robert-Koch-Institut, Prof. Dr. Thomas Mertens, fordert eine wissenschaftliche Begleitung einer möglichen Impfpflicht.

Die Stiftung Kinder-Gesundheit-Mainz würdigte auf der 6. Nationalen Impfkonferenz insbesondere auch die vorgetragenen Forschungsergebnisse. Mit mehr als 40 Postern wurde die Aktualität des Impfgedankens eindrucksvoll zum Ausdruck gebracht. Prof. Zepp und Dr. Arnold-Fabian verliehen den diesjährigen Förderpreis der Stiftung an ein Team um Frau Dr. Martina Littmann zu einer landesweiten Impfkampagne „Mecklenburg-Vorpommern impft – gemeinsam Verantwortung übernehmen“.  Die dortige Landesregierung gewährte 150.000 EUR, um die Bevölkerung durch verschiedene, breit gefächerte Aktivitäten zielgruppenspezifisch für das Thema Impfen zu sensibilisieren. Dabei stand neben dem Eigenschutz besonders auch die Verantwortung für das Umfeld in Familie, unter Freunden oder am Arbeitsplatz im Fokus. Der Preis ist mit 1.000 EUR dotiert.

Vor 10 Jahren, vom 5. bis 7. März 2009 fand die 1. Nationale Impfkonferenz in Mainz statt. Unter der Schirmherrschaft von Bundespräsident Horst Köhler und der damaligen Sozial- und Gesundheitsministerin Maly Dreyer veranstaltete die Landesregierung Rheinland-Pfalz und die Stiftung Kinder-Gesundheit Mainz (ehemals Stiftung Präventive Pädiatrie) gemeinsam diese Kongressreihe.  Die 1. Preisträgerin war hier die junge Wissenschaftlerin Cornelia Betsch.  Frau Betsch ist heute Heisenbergprofessorin an der Uniklinik Erfurt.