Elternseminare Nachrichten

Unser drittes Elternseminar behandelte die Themen Bauchweh und Übelkeit


Am 11.08. ging es in die dritte Runde unserer Elternseminare. Diesmal standen die Themen Bauchweh und Übelkeit auf dem Programm. Nach der freundlichen Begrüßung von Herrn Schmidt, dem Leiter der Hauptstelle der MVB, übernahm Herr Dr. med. Frank Kowalzik, Mitglied und stellvertretender Vorsitzender der Stiftung Kinder.Gesundheit.Mainz und geschäftsführender Oberarzt des Zentrums für Kinder- und Jugendmedizin, und hieß die Anwesenden herzlich willkommen. Er erläuterte kurz die Ziele der Stiftung und betonte, wie wichtig es sei, bestehende Unsicherheiten bei Eltern durch Aufklärung zu beseitigen. "Gerade Bauchschmerzen sind ein häufiges Symptom, meistens kann man schnell Abhilfe schaffen. Manchmal ist es jedoch nötig, zum Arzt zu gehen. Hier wollen wir gerne aufklären, damit Sie als Eltern dies schnell erkennen können. Hier leisten die Elternseminare einen wertvollen Beitrag.", so Dr. med. Kowalzik. Er weiß nicht nur als Mediziner, wovon er spricht, sondern auch als Vater. Drei seiner vier Kinder hat er zur heutigen Veranstaltung mitgebracht.

Elternseminar vom 11.08.2018: Frau Dr. med. Kullmer referiert zum Thema "Bauchweh und Übelkeit".
Elternseminar vom 11.08.2018: Herr Dr. med. Kowalzik, Mitglied und stellvertretender Vorsitzender der Stiftung Kinder.Gesundheit.Mainz mit seinen drei Kindern und die heutige Referentin Frau Dr. med. Kullmer.

Die Referentin des Tages, Frau Dr. med. Ulrike Kullmer, Ärztliche Leiterin der Poliklinik, gab gleich zu Beginn Entwarnung: "90% der auftretenden Bauchschmerzen im Säuglings- und Kindesalter sind ohne organischen Grund". Dennoch riet sie den anwesenden Eltern genau hinzuschauen, "denn sie kennen ihr Kind am besten". Optimal für die behandelnden Ärzte sei es, wenn sie ein "Bauchwehprotokoll" mitbringen, in dem konkrete Angaben über Beginn und Verlauf der Schmerzen zu finden sind. "Das erleichtert die Diagnose enorm", so Frau Dr. med. Kullmer.

Kopfweh, Schwindel und Bauchschmerzen sind die häufigsten Symptome, mit denen Eltern ihre Kinder in der Kinderklinik vorstellen. In ihrem anschaulichen und spannenden Vortrag gab die Ärztin viele hilfreiche Tipps, klärte über häufige Erkrankungen und deren Symptome auf. Nach dem Motto "Was ist Henne, was ist Ei?", sollten Eltern den Verlauf einer Erkrankung aufmerksam beobachten. Was kam zuerst? Bauchweh, Kopfweh, oder Fieber? Jeder Hinweis der Eltern hilft bei der Diagnosestellung. Und nicht immer ist gleich der Gang in die Klinik nötig. In ihrem Vortrag wurden besorgte Eltern beruhigt und bekamen sehr hilfreiche Tipps, woran man erkennt, wann wirklich professionelle Hilfe nötig ist.

Was genau sind eigentlich 3-Monatskoliken? Wie lange Schreien ist normal? "Bis 60 Minuten Schreien ist in Ordnung. Es gilt die Regel, dass mehr als drei Stunden Schreien an drei Tagen die Woche über drei Wochen abgeklärt werden sollte", so die Ärztin. Den Eltern riet sie, Ruhe zu bewahren, zu beruhigen und sich bewusst zu sein, dass es meistens vorbei gehen wird. In der Regel nach genau drei Monaten. Erbrechen im Säuglingsalter ist etwas Besonderes, es gibt mindestens 79 mögliche Diagnosen. Die Eltern bekamen erklärt, warum ihre Babys spucken und wie häufig und welche Menge normal ist. Bei der sog. Refluxerkrankung sei so gut wie nie eine Behandlung nötig, mit diesen kleinen Tricks sei den Babys schnell zu helfen. Anders sieht es aus bei Erbrechen im Schwall, meist 20 bis 60 Minuten nach der Mahlzeit. Da könne ein Magenpförtnerkrampf Ursache sein und dann ist wirklich ärztliche Hilfe nötig.

Anschließend berichtete Frau Dr. med. Kullmer über Nahrungsmittelallergien. Das Thema stieß auf großes Interesse der Eltern. Die Verunsicherung ist groß und viele Fragen wurden beantwortet. Im nächsten Vortragsblock ging es um die häufigsten Erkrankungen bei Kindern zwischen zwei und sechs Jahren. Wir lernten u.a. Symptome für Verstopfung und Blinddarmentzündung kennen.

Sehr interessiert verfolgten die Eltern auch die Hitliste der verschluckten Fremdkörper. Batterien, Spielzeugteile, Magnete, Haarspangen und Münzen stehen da ganz oben auf der Liste. Hier bat Frau Dr. med. Kullmer um verstärkte Achtsamkeit: "Kinder entdecken die Welt mit ihrem dritten Arm, dem Mund. Da ist Vorsicht angebracht." Knopfbatterien seien wirklich gefährlich, da die Batterie Säure freisetzt und sich die Schleimhaut so binnen zwei bis vier Stunden auflösen kann. Besondere Gefahr besteht, wenn die Batterie in der Speiseröhre stecken bleibt. Ein echter Notfall!

Sollte ein Kind Reinigungsmittel getrunken haben, "bitte nicht erbrechen lassen, denn sonst passiert die Chemie gleich zweimal die Speiseröhre".

Frau Dr. med. Kullmer ist es an diesem informativen Vormittag gelungen, Ängste und Unsicherheiten zu beseitigen. Sie machte aber auch deutlich, in welcher Situation schnelles Handeln erforderlich ist.

Zum Schluss gab es noch einmal Raum für Fragen der jungen Eltern an die Fachfrau. Man war sich einig: "Das ist ein tolles Angebot von der Kinderklinik, wir kommen bestimmt wieder!"

Die nächste Möglichkeit gibt es am 27.10.2018 um 10:00 Uhr in der MVB am Neubrunnenplatz.

Dann referiert Frau Dr. med. Krystyna Poplawska zum Thema "Kann Allergie verhindert werden?".

Unser Dank gilt auch der MVB für die tatkräftige Unterstützung während der Veranstaltung und dafür, dass wir erneut die Räume nutzen durften.