Elternseminare Newsletter

Newsletter Oktober 2018


Zusammenfassung des Vortrages im Rahmen der Elternseminare vom 14.04.2018

Thema: Mein Kind hat Fieber, was nun?

Frau Dr. Maike Kiesewetter, Fachärztin für Kinder- und Jugendmedizin, Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin Mainz

Fieber bei Kindern lässt bei den meisten Eltern ein ungutes Gefühl aufkommen. Dabei ist Fieber keine Krankheit, sondern eine Schutzreaktion des Körpers gegenüber Infektionen. Viren und Bakterien können sich bei Fieber schlecht vermehren und so hilft sich der Körper erst einmal selbst.

Der Hypothalamus im Gehirn funktioniert als Schaltzentrale für die Einhaltung der optimalen Temperatur. Diese ist abhängig von verschiedenen Faktoren wie z.B. sportlicher Betätigung, Außentemperatur oder Tageszeit und beträgt zwischen 36,6° und 38° C. Bei einer Infektion wird dieser Sollwert verstellt und die gesunde Temperatur wird als zu kalt empfunden. Der Körper reagiert mit Schüttelfrost (Muskelzittern) um die Temperatur zu erhöhen.

Den meisten Kindern sieht man schon rein äußerlich an, dass sie Fieber haben.  Das Gesicht ist heiß, die Wangen gerötet, die Augen wirken müde und die Hände und Füße sind meist blass und kalt. Gemessen werden sollte die Temperatur  im Darmausgang (rektal). Das ist die genaueste Methode. Im Mund erfordert es die Mithilfe des Kindes und im Ohr kann das Ergebnis durch Zugluft oder Ohrenschmalz sehr leicht verfälscht werden.

Die Eltern treibt meist die Frage um, ob und wann sie einen Arzt aufsuchen sollen.  Neugeborene und Säuglinge mit Fieber sollten immer einem Arzt vorgestellt werden. Bei allen anderen Kindern kann bei gutem Allgemeinbefinden zunächst abgewartet werden. Nach drei Tagen anhaltendem Fieber oder wenn das Kind stark beeinträchtigt ist, muss das Kind zur Feststellung der Fieberursache und eventuell Einleitung weiterer Diagnostik oder einer Therapie einem Arzt vorgestellt werden.

Die Ursachen für Fieber sind vielfältig. In den allermeisten Fällen leiden die Kinder an einer leichten Infektion, die keine spezifische Therapie erfordert.  Aber auch schwerwiegende Erkrankungen wie z.B. Lungenentzündungen oder Hirnhautentzündungen könnten die Ursache sein. Selten stecken rheumatische oder bösartige Erkrankungen dahinter.

Zur Fiebersenkung stehen Medikamente wie Paracetamol oder Ibuprofen zur Verfügung. Keinesfalls sollten Eltern Ihren Kindern Acetylsalicylsäure (ASS) geben, da dies u. U. das tödliche Reye-Syndrom auslösen kann. Ob ein fiebersenkendes Medikament benötigt wird, sollte nicht an der Körpertemperatur sondern am Zustand des Kindes festgemacht werden. Die Medikamente werden gewichtsabhängig dosiert, wobei die Tageshöchstdosis und der Mindestabstand zwischen zwei Gaben eingehalten werden müssen. Im Wechsel sollten diese Medikamente nicht gegeben werden, da die Wahrscheinlichkeit von auftretenden Nebenwirkungen grösser ist, als der Nutzen der Fiebersenkung.

Fieber fordert dem Körper Einiges ab. Alle Stoffwechselvorgänge laufen auf Hochtouren und Flüssigkeit sowie Energie werden verbraucht. Es sollte darauf geachtet werden, dass die Kinder ausreichend trinken. Z.B. Tee mit Traubenzucker. Die Bekleidung sollte an den Zustand des Kindes angepasst sein d.h. ein hochfieberndes Kind braucht leichte Kleidung, dass kein Wärmestau entsteht. Ein Kind im Fieberanstieg friert oft stark. Physikalische Maßnahmen wie zum Beispiel Wadenwickel können versucht werden, spielen aber nur ein untergeordnete Rolle.

Dr. Maike Kiesewetter

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